Perlenkiezfest 2025

von Gerald Backhaus

Sonnenschein und Temperaturen, bei denen man sich sehr gern im Freien aufhält: es war ein herrlicher Spätsommertag, an dem das diesjährige Perlenkiezfest stattfand. 

Eingeladen hatte am 5. September 2025 neben dem Quartiersmanagement Moabit-Ost auch das Aktionsbündnis „Mitte Fair und Nachhaltig“. Die feierliche Eröffnung vollzogen die Bürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger, und Bezirksstadtrat Christopher Schriner (beide Bündnis 90/Die Grünen). Auf der Bühne gab es zahlreiche Höhepunkte wie den Auftritt der Tanzgruppe der Kurt-Tucholsky-Schule und der Sophie-Trost-Combo, die Indie-Pop spielte. Als das SpreeTON-Orchester seine Swing-Stücke spielte, wurde sogar getanzt.

Es gab jede Menge interessante Stände und Mitmachangebote. Selbstgemachtes mit nach Hause zu nehmen, stand hoch im Kurs. Bei einem Siebdruck-Workshop mit „bingthemachine“ konnten Interessierte ihren alten Textilien oder bereitgestellten Stoffbeuteln und T-Shirts mit einem „fair & nachhaltig“ in Moabit-Siebdruckmotiv neues Leben einhauchen. Untersetzern aus MDF-Restholz, die mit Mustern graviert, konnten vor Ort bestickt werden. Kinderschminken, Basteln und Spielen zogen viele Kinder an. Auch die Tischtennisplatte war immer umlagert. Bei der anwesenden Berliner Polizei konnte man sein Fahrrad registrieren lassen. Im „Schlemmerparadies“ gab es Köstlichkeiten wie verschiedene selbst gebackene Kuchen, und auch Herzhaftes wie Würste und Salat wurde gereicht. Neben Unterhaltung für Groß und Klein spielten lokale und globale Nachhaltigkeitsthemen dabei auch eine Rolle. Welche Rolle spielen lokale Initiativen und Vereine für die Erreichung der Ziele der Agenda 2030 (SDG)?

Ruth Vicente vom Klimateam des Bezirksamtes Mitte - vielen bekannt durch das Stadtteilplenum zum Thema Klima - und Laszlo Beer, Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik im Bezirksamt Mitte, sind Teil vom Aktionsbündnis „Mitte Fair und Nachhaltig“. Befragt danach, wie man globale Themen lokal herunter brechen kann, fallen Laszlo Beispiele aus dem Alltag ein: „Der Kaffee, den wir trinken, sollte fair gehandelt sein,. Dass wir Rückhaltemöglichkeiten für Regenwasser schaffen, und dass wir weniger Wasser verbrauchen.

Am Stand von B-Laden und dem neuen Kiezmedium „Moazin“ sitzen Susanne Torka und Robert Hofmann. „Wir hatten schon einige Redaktionssitzungen, zu denen etwa ein Dutzend Leute kamen“, berichtete Robert. Oft waren das neue Gesichter, von denen viele wiederkamen. Zehn Texte für den Online-Startschuss am 16. September 2025 waren zum Zeitpunkt des Perlenkiezfestes schon zusammen. Es gibt ein Kernteam, dass sich um Layout und Design kümmert, aber Schreibwütige werden immer gesucht. Treffen finden immer am zweiten und vierten Dienstag im Monat in den Räumen vom JVB in der Turmstraße 10 statt. Beim Perlenkiezfest wollten die beiden ihr neues Medium - eine Art Nachfolger vom beliebten und etablierten Portal moabitonline.de - ins Gespräch kommen „mit den vielen tollen Initiativen, Netzwerken, und im besten Fall das eine oder andere Thema für Moazin.“

Spaß gab’s am Stand von Kiezsportlotsin Susanne Bürger und Ramona Reiser vom Bezirkssportbund Mitte.„Wir vom Bezirkssportbund denken natürlich in erster Linie an unsere Mitgliedsvereine“, so Ramona Reiser, „und die Kiezsportlotsin denkt darüber hinaus.“ Susanne Bürger informiert über Sport und Bewegung im Bezirk Mitte und hilft allen Interessierten dabei, passende und wohnortnahe Sport- und Bewegungsangebote zu finden. Sie hoffte beim Fest auf Spontankontakte wie den, als ein Mann fragte, wo er Kampfsport in Moabit machen könne. Sie klopfte mit ihm gemeinsam seine konkreten Wünsche ab und konnte ihm dann Hinweise geben. Hier beim Fest kommt man naturgemäß mit vielen Menschen ins Gespräch, doch auch sonst wird Susanne Bürger etwa einmal pro Tag angefragt. Bekommt sie nach auch Erfolgsmeldungen, also erfährt sie, ob die Leute dann wirklich zu den zahlreichen Bewegungsangeboten hinfinden? Momentan findet eine Evaluierung statt, bei der Rückmeldungen zu Susanne Bürgers Arbeit ausgewertet werden. Mehr Details auf https://kiezsportlotsin.de/ und https://sportinmitte.de/

Beim Makermobil geht es ums Machen und nicht nur ums Konsumieren, so der Medienpädagoge Günter Baum. Roboter bauen, 3-D-Druck und die Arbeit mit Laser sowie Programmieren - in dem Bus ist vieles möglich. Das wird vor allem mit Schulklassen, aber mit auch Seniorengruppen praktiziert. Auf Festen wie dem Perlenkiezfest steht etwas, das schneller geht auf dem Programm. Die Kinder und Erwachsenen konnten Magneten selbst gestalten, entweder mit Selbstgemaltem oder mit Motiven aus alten Büchern. Seit rund fünf Jahren gibt es das Makermobil, es gehört dem Bezirk Mitte und ist ein Teil der Stadtbibliothek: https://www.berlin.de/stadtbibliothek-mitte/angebote/makerspace/makermobil/das-makermobil-kommt-896755.php

Bekannter werden und auf die leider allgegenwärtige Lebensmittelverschwendung hinweisen möchte Katharina Möller von der Foodsharing. „Wir wollen hier auf dem Fest präsent sein und uns noch mehr als bisher vernetzen.“ Die Vernetzung mit den Stadtteilkoordinationen von Moabit-Ost und -West hat schon Früchte getragen. Dadurch konnten T-Shirts und Banner für den Infostand der ehrenamtlichen Initiative finanziert werden.

Apropos, neben den beiden Quartiersmanagement-Teams von Moabit-Ost und Beusselstraße, die neben zahlreichem Informationsmaterial auch Süßigkeiten für die Festgäste bereit hielten, waren auch die Stadtteilkoordinationen von Moabit-Ost und -West mit einem gemeinsamen Stand präsent. Katrin Syperek und Peter Kapsch - beide vom Moabiter Ratschlag e.V. - informierten u.a. über die Möglichkeit, Projekte und Aktionen über die Stadtteilkasse zu finanzieren. So geschieht das z.B. mit Clean-Up-Gruppen. So heißen Reinigungstrupps aus Ehrenamtlichen, die Parks und Straßen von Müll befreien. Die Materialien für diese Aktionen - von Eimern und Greifwerkzeugen bis zu Bollerwagen - können die Beteiligten durch die Förderung erwerben. So wurden bereits Initiativen in der Waldstraße, dem Fritz-Schloß-Park und in der Zillesiedlung unterstützt. Wer selbst Lust darauf hat, so etwas zu initiieren, der melde sich bitte bei Katrin (Moabit-West) oder Peter (Moabit-Ost): https://www.berlin.de/stk-mitte/unsere-stadtteilkoordinationen/stk-moabit-ost/ und https://www.berlin.de/stk-mitte/unsere-stadtteilkoordinationen/stk-moabit-west/

Nach Musik von Toqemos Bajito (Candombe) und einem stimmungsvollen Auftritt der Murgos wurde die Tombola mit fair produzierten Preisen aufgelöst.

Lob an die Organisatorinnen und Unterstützer

Melanie Stiewe und Birgit Bogner von der SmArt GbR organisierten das Fest so gekonnt wie schon in den Vorjahren. Gefördert durch die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), den Bezirksfonds für Entwicklungszusammenarbeit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, das Quartiersmanagement Moabit-Ost sowie das Bezirksamt Mitte von Berlin.

Text & Fotos: © Gerald Backhaus 2025