Sicher und verantwortungsvoll im Internet
Das Projekt Digitales Lernen bietet Kinder vielfältige Zugänge, um den Computer zu verstehen und sicher mit dem Internet und sozialen Medien umzugehen.
Kinder und Jugendliche verbringen immer früher immer mehr Zeit am Bildschirm. Konzentrationsschwierigkeiten, Depressionen, ein ungutes Körperbild oder Einsamkeit können, so zeigen Studien, die Folge sein. Pädagog*innen und Sicherheitsexpert*innen raten, ein Smartphone erst dann zu erlauben, wenn das Kind die Gefahren des Internets versteht und sich schützen kann. Doch nur Verbote und Einschränkungen können nicht der Weg sein, dafür sind diese Technologien zu allgegenwärtig – und ihre Potenziale zu bedeutend!
Um Kindern einen konstruktiven und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln, hat der Verein Miomaxito im Rahmen einer Projektförderung durch das Quartiersmanagement Moabit-Ost ein passendes Konzept entwickelt. Dazu zählen eine Einführung in die iPad-Nutzung und in die verschiedenen iPad-Apps, eine Programmier-AG, theaterpädagogische Workshops zum Thema „Sicheres Abenteuer Internet – mein digitales Ich gehört mir“ sowie Informationsveranstaltungen für Eltern. Umgesetzt wird das Konzept an der Kurt-Tucholsky-Grundschule in Moabit.
Die Schülerinnen und Schüler (SuS) lernen im Projekt Digitales Lernen die Grundfunktionen des iPads kennen. In kleinen Übungen arbeiten sie mit Präsentations-, Text- und Filmbearbeitungs-Apps. Tolle Ergebnissee erzielten die SuS beim Erstellen eines Rap-Songs, für den sie das iPad kreativ in Gruppenarbeit nutzten. Sie hatten viel Spaß beim Schreiben ihrer eigenen Texte für einen selbst komponierten Beat. „Wir brauchen die Technik und den Spaß, den die Kinder mit der Technik haben, weil wir sie damit in ihrer Lebenswirklichkeit abholen“, sagt Frau Schottlander, Klassenleiterin eines früheren fünften Jahrgangs.
Zudem lernen die SuS das iPad als ein Gerät kennen, das mehr ist als nur ein Schulwerkzeug, mit dem sich Hausaufgaben erledigen lassen – und auch mehr als ein Unterhaltungstool.
In der Programmier-AG lernen die SuS einfache Programmierkenntnisse und Algorithmen kennen. So können sie neben dem normalen Unterricht spielerisch ausprobieren, wie man Programme entwickelt, und dabei Medienkompetenz erlangen.
In den Theaterworkshops werden Kinder zu Expert*innen für die Gefahren des Internets. In kleinen Szenen setzen sich die Teilnehmenden mit Cybermobbing, Fake-Identitäten, Beleidigungen und Gewalt im Internet und auf Social-Media-Plattformen auseinander. „Man muss vorsichtig sein, nicht immer alles glauben, zum Beispiel Leuten, die nach Geld fragen, und nicht mitteilen, wo man oft hingeht“, sagt eine Schülerin am Ende eines Workshops. „Es ist wichtig, dass Kinder das in den gespielten Szenen erleben, um es wirklich zu verstehen“, betont die Workshopleiterin Konstantina Bentenidi.
Damit Kinder in einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien hineinwachsen, sind neben Pädagog*innen auch die Eltern wichtig. Gemeinsam mit den Elternvertretungen und den Klassenleitungen bereitet der Verein Miomaxito spezielle Elternabende vor. Dort erhalten Eltern Informationen und Tipps zum Umgang der Kinder mit den digitalen Medien.
Ziel ist ein altersgerechter, guter Umgang mit dem Internet und sozialen Medien. Eltern sollten die Verwendung von Handy und Tablet ihrer Kinder auf jeden Fall begleiten. Auch sind Regeln – unter anderem Zeitfenster – für die Benutzung der Geräte erforderlich. Nicht zuletzt ist es sinnvoll, mit den Kindern auch mal ein altersgerechtes Video anzuschauen oder sich von ihnen ein Spiel auf dem Handy oder Tablet zeigen zu lassen und es gemeinsam zu spielen.
Katja Gartz
Der Träger des Projekts "Digitales Lernen" hat diesen Artikel erstellt. Das Projekt wird durch den Projektfonds des Quartiersmanagements Moabit-Ost gefördert.