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„Wir in Moabit – mal Anders“ - Salon Alt Moabit: Rumänien, durch die Kamera - Vernis
Bewegungs-Picknick am Wochenende: für Kinder von 2-6 Jahren und die ganze Familie
„Wir in Moabit – mal Anders“ - Zu Besuch in der Tadschikischen Botschaft
SPORT: Moabiter Sportverein geehrt
Ausgrenzung beginnt im Kleinen, es müssen nicht immer die hässlich-spektakulären Naziaufmärsche sein. Meistens sind es Sprüche, Witze, Zoten, die eine bestimmte Gruppe von Menschen diffamieren. Der zweite Schritt ist das Dulden. Wer zulässt, dass Menschen - egal welcher Herkunft oder mit welchem gesellschaftlichen Status - durch andere geächtet werden, ist mit Schuld.
Schuld woran? Am Bröckeln der sogenannten Zivilgesellschaft, die Freiheit, körperliche Unversehrtheit und Demokratie als Menschenrechte ansieht. Man stelle sich vor, diese Werte wären bei uns nichts mehr wert. Niemand möchte wirklich so leben. Große Worte? Stimmt, meistens sind es viele kleine Taten, die Engagement ausmachen. Dazu muss man kein Politik-Wissenschaftler sein, es geht auch auf anderen Wegen.
Am gestrigen Mittwoch, den 08.06.2011 wurden im Roten Rathaus in Mitte Menschen, Inititativen und Vereine geehrt, die durch ihr Engagement mit dazu beitragen, dass ein friedliches Miteinander ermöglicht wird und Gewalt, Rassismus und Vorurteile aller Art weniger Spielraum in unserem Leben bekommen.
Den Sonderpreis der Jury erhielt der ASV-Moabit Basketball Club für seine Aktivitäten in der interkulturellen Jugendarbeit und Gewaltprävention. Der Verein hat seit 2010 die Projektreihe "Gib Gewalt einen Korb" an Moabiter Schulen durchgeführt, startet in 2011 zusätzlich Besuche für seine jungen Mitglieder an politisch relevante Orte, wie das KZ Sachsenhausen und organisiert außerdem Jugendbegegungen außerhalb von Berlin. Viele kleine Taten also, die "als Ganzes mehr wiegen, als die Summe seiner Teile". Den Kindern und jugendlichen Mitgliedern der "ASV-Famliy" (dem Verein) wird damit eine Alternative zum üblichen Schulalltag gegeben, die die Chance hat, tiefer zu gehen und nachhaltiger im Gedächtnis haften zu bleiben. Das macht zusätzliche Arbeit, aber verschafft auch offizielle Anerkennung.
Das Brandenburger Umland ist für viele Moabiter Kinder und Jugendliche "No-Go-Area". Zum einen weil sie einfach durch ihre familiäre Situation keine Ausflüge ins Umland unternehmen können und zum anderen Gefahr laufen, auf "stressbereite" Brandenburger Jugendliche zu stoßen, die Menschen anderer Hautfarbe zwar kaum kennen, aber trotzdem - oder gerade deshalb, verbal oder tätlich angreifen. Der Verein zählt 170 Mitglieder aus 50 Nationen und kann im Kleinen eigentlich wie ein Abbild der Moabiter Einwohnerschichten betrachtet werden. Viele Menschen mit nicht-deutschen Wurzeln also.
Das "Band für Mut und Verständigung 2011" wird seit 1993 durch das Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit vergeben. Das Bündnis hat sich 1991 als Reaktion auf die gewalttätigen Übergriffe auf Ausländer in Hoyerswerda gegründet. Initiator ist der Deutsche Gewerkschaftsbund, Mitglieder sind neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin und dem Ministerpräsidenten von Brandenburg Platzek viele wichtige Verbände und Organisationen. Zur Internetseite des DGB/Bündnis der Vernunft.







